Ein grosses Thema dieser WOM-Marketing Konferenz sind natuerlich Blogs. Ein Subthema war/ist: Was koennen Unternehmen von privaten Bloggern lernen? Eine ganze Menge! Blog-Monitoring bringt einem Unternehmen nicht nur ein "allgemeines Stimmungsbild" ueber Produkte und/oder ueber die dahinterstehende Organisation (XY ist/funktioniert gut und AZ ist/funktioniert schlecht). Unternehmen koennen aus den Erfahrungen von Konsumenten lernen, um sie in Zukunft in ihrer Sprache mit einem bestimmten Thema anzusprechen.
Was meint man damit? Um eine Erfahrung mit einem Produkt/Dienstleistung/Organisation, etc. weiterzugeben (zB eben via Blogs oder auch im direkten Gespraech), packe ich diese in eine Geschichte. Diese Millionen von im Netz befindlichen Geschichten/Erfahrungen folgen im Grossen und Ganzen demselben Muster. Der Protagonist, in allen Faellen der Konsument selbst, sieht sich in einer bestimmten Rolle (man hat bisher 12 Archetypen herausgefiltert), die er in diese, seine, Geschichte einfliessen laesst. Es ist mit einem Drehbuch bzw. mit Filminhalten vergleichbar, denn im Grunde geht's immer nur um die gleichen Themen - sie werden nur immer anders verpackt (= das Thema bleibt, die Geschichte drum herum aendert sich).
Weiters ist belegt, dass Konsumenten im realen Leben wie in den weitergegebenen Erfahrungen, die Beziehung zu einem Produkt/DL/Organisation,etc. mit einer zu einem Menschen vergleichen. D.h., jemand kann "ein Verhaeltnis" mit einem Produkt haben oder eine "lose Freundschaft". You get the idea...
Jedenfalls gibt's mittlerweile auch Software, die online publizierte Erfahrungsberichte nach einem sehr speziellen und aufwaendig entwickelten System scannt, und sowohl Archetypen herausfiltert wie auch die ihnen zugrunde liegenden Botschaften der Blogger an die Leser.
Fuer Unternehmen ist das sehr wertvoll. Blog-Monitoring ist naemlich auch "Zuhoeren" (s. gestriger Eintrag). Wenn ich mir beispielsweise darueber im Klaren bin, dass sich der Grossteil meiner Kunden als "unwiderstehliche Helden" sieht und mit meinem Produkt ein "geheime Affaire" hat, dann werde ich mir ueberlegen, wie ich in Zukunft meine Botschaften formuliere. Entweder ich bekraeftige dieses Selbstverstaendnis durch entsprechende Botschaften oder ich steuere dagegen. Schliesslich will ich als Unternehmen meine Kunden (kommunikativ) dort abholen, wo sie sich gerade befinden. Das Ergebnis eines solchen Blog-Scans muss nicht unweigerlich etwas mit dem "abgetesten" Image eines Produkts zu tun haben.
So, ich muss los, melde mich aber nach Moeglichkeit heute Nachmittag nochmals.
Connie Ortner
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