Word-of-Mouth Marketing (Empfehlungsmarketing, Mundpropaganda) erscheint nur auf den ersten Blick einfach. Die Botschaft, die jemand erzählt, ist so spannend/interessant/lösungsorientiert/relevant, dass sie weitererzählt/verarbeitet werden kann.
Doch halt, es gibt Gefahren. Z.B. der Gesprächspartner versteht etwas anders/falsch. Ein Beispiel: in der neuesten Ausgabe des österreichischen Branchenmagazins "bestseller" wurde ein Bericht über Word-of-Mouth Marketing veröffentlicht, in dem ich auch vorkomme. Offenbar habe ich meinen Vornamen nicht klar buchstabiert und so wurde ich - wie tausendfach vorher - zu Alex Maier. Das ist eine Anekdote, der keinerlei weitere Beachtung zu schenken ist.
Schlimmer wirds, wenn aus der Word-of-Mouth Marketing Association (WOMMA) die "Word-of-Mouth Marketing Organisation (WMMO)" - Bestseller 12/07, S. 71 - wird. Dann stellt sich folgender Eindruck ein:
1. Der Autor hat nicht gründlich recherchiert/stand unter Zeitdruck - unter dem Namen WMMO findet er die 2004 gegründete WOMMA eher schwer.
2. Ein Telefoninterview ist eine heikle Geschichte - insbesondere, wenn man es über tausende Kilometer Entfernung führt inklusive Zeitverschiebung.
3. Grundsätzlich ist das eh egal, solange die wichtigen Botschaften drüberkommen - und Interviews haben nur beschränkt mit Word-of-Mouth etwas zu tun.
Also bleiben wir beim Grundsätzlichen:
A. Die "Buschtrommeln" - zufriedene Kunden, die anderen Menschen in ihrem Umfeld etwas empfehlen - werden besser wahrgenommen, als andere Formen der professionellen Kommunikation.
B. Wir alle empfehlen anderen Menschen etwas - insbesondere denen, die uns strukturell ähnlich sind - Produkte, Dienstleistungen und Meinungen, von denen wir überzeugt sind.
C. Die Zukunft des professionellen Kommunikationsangebotes liegt in einer stärkeren Fokussierung auf Weiterempfehlung. Auf den richtigen Mix kommt es allemal an.
D. Wer glaubt, Weiterempfehlung kaufen zu können, wird langfristig scheitern.
Ob aufgrund dieser Entwicklung Werbung "... nutzlos (und) sauteuer" ist (wie im Artikel von Bernd Röthlingshofer behauptet wird), wage ich allerdings bei aller Überzeugung von der Stärke von Word-of-Mouth Marketing stärkstens zu bezweifeln.
Ich glaue deshalb auch nicht, dass wir - obwohl ich an die Macht der Buschtrommeln glaube - archaische Revierkämpfe führen müssen, um uns gegenseitig innerhalb der Kommunikationsbranche - nicht den Organisationen, denen wir professionelle Kommunikationslösungen anbieten - auszurichten, wer wann wie falsch liegt. Kommunikation muss Freude bereiten - unseren Kunden, den Kunden unserer Kunden und schließlich auch uns selbst.
Ein schönes Wochenende
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Axel Maier
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