Nach meinen letzten Erfahrungen in einem Supermarkt wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr Menschen Orientierung brauchen. Und diese sollte idealerweise aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen, besonders wenn es um den Erwerb neuer bzw. unbekannter Produkte/Dienstleistungen geht. Schließlich soll das Risiko einer Fehlinvestition möglichst gering gehalten werden.
Mich hat man ohne mein Zutun zu einer offensichtlich glaubwürdigen Expertin auf dem Gebiet der Haushaltsreiniger und Süsswaren gemacht.
Eine mir wildfremde Frau nähert sich mir im Supermarkt vor den Regalen mit Reinigungsmitteln. "Sagen Sie doch bitte mal, Fräulein (Anmerkung: schon alleine wegen dieser Anrede war ich besonders freundlich), womit reinigen Sie denn ihre Toilette?" Achtung, jetzt wird's persönlich "Da gibt es ja so viel Zeugs, das kann ich ja nicht alles probieren. Mit dem XY krieg ich die komischen Ränder nicht weg. Sie wissen schon, Urinstein. Was können Sie mir denn empfehlen?"
Ich erzähle ihr über meine Erfahrung mit unterschiedlichen Reinigern, Vor- und Nachteile inklusive. Sie trifft rasch eine Entscheidung und verabschiedet sich mit den Worten: "Danke. Wenn Sie mit dem zufrieden sind, dann bin ich es bestimmt auch!". Hm...
An einem anderen Tag im selben Supermarkt. Ich stehe bereits an der Kasse, meine Einkäufe liegen auf dem Förderband. Ich drehe mich nochmals um und sehe Schokoriegel in einer Wühlkiste. Hinter mir steht eine alte Frau mit Milch und Brot in Händen. Ich dränge mich an ihr entschuldigend vorbei, um besagte Schokoriegel noch mit aufs Förderband zu legen. Die alte Dame mustert mich von oben bis unten, schaut auf die anderen Dinge, dich ich gedenke käuflich zu erwerben, schaut mich NOCH EINMAL von oben bis unten an und, jetzt kommt's, geht dann auch zurück zur Wühlküste und nimmt sich exakt diesselbe Sorte Schokoriegel raus. Ist das ein Zufall?
Connie Ortner
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