Es soll ja hin und wieder vorkommen, dass sich Kunden von PR-Agenturen darüber beschweren, dass sie NICHT in der Zeitung stehen. Ja, das soll tatsächlich vorkommen. Selbst der Hinweis "Wir tun unser Bestes, aber wir schreiben die Zeitung nicht!" soll - ebenfalls hin und wieder - die Situation für die Agentur nicht verbessern, schließlich hat ja der Kunde sein gutes Geld für eine Presseaussendung oder -veranstaltung gezahlt und erwartet sich im Gegenzug ausführliche Berichterstattung.
Eine kleine Hilfe für Agenturen kann der Ehrenkodex des PRVA bieten, den man hier findet. Unter Pkt. 13 ist ausdrücklich angeführt, dass Medienresonanz nicht garantiert werden kann. (Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir zum Beispiel ein Kunde aus meiner "Wiener Zeit" ein, der ein Erfolgshonorar vereinbaren wollte - im Sinne von "Wir zahlen, wenn wir dafür pro Woche in XY Tageszeitungen, pro Monat in XY Wochenzeitungen und soundso oft in Monatszeitungen erscheinen". Wir haben den Kunden damals abgelehnt.)
Allerdings verweist dieser Ehrenkodex unter anderem auch darauf, dass Koppelungsgeschäfte untersagt sind (Pkt. 10). Also die Frage "Wir schalten bei euch, wie schaut's aus, was kriegen wir dafür?" ist ab diesem Zeitpunkt tabu (sie soll ja auch hin und wieder vorkommen). Wichtig erscheint mir, den Ehrenkodex vor einem etwaigen Vertragsabschluss herzuzeigen - und ihn auch zu beherzigen.
Selbstverständlich ist dieser Ehrenkodex teilweise schwammig und "no-na", die Grenzen sind manchmal nicht klar gezogen. Formulierungen, wie "PR-Fachleute handeln auf Basis ihrer ethischen Grundsätze", ermuntern dazu, die eigenen Maßstäbe als Basis für die Be- und Verurteilungen anderer zu verwenden. Noch verführender ist es, diese Grundsätze für die nachträgliche Rechtfertigung des eigenen Fehlverhaltens heranzuziehen. Es fehlen mir auch die Konsequenzen in diesem Ehrenkodex, es ist noch viel Gummi drin. Alles in allem halte ich ihn aber für eine gute Arbeitsgrundlage.
Jetzt kann man fragen: "Ja, wenn ihr keine Garantie abgebt, wofür kriegt ihr dann eure Kohle?".
Ja, kann man.
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Axel Maier
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